Unilever
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Unilever ist ein global agierender britisch-niederländischer Konzern,
der Markenartikel herstellt. Das im Jahre 1930 aus der Fusion der
Margarine Unie/Union und Lever Brothers Ltd. entstandene Unternehmen
entwickelte sich dank umfangreicher Firmenübernahmen zu dem drittgrößten
Hersteller von Nahrungsmitteln. Andere Geschäftsbereiche liegen in
der Herstellung von Kosmetika/Parfum sowie Haushalts- und
Textilpflegeprodukten.

Auch wenn das Unternehmen nach außen als ein Unternehmen auftritt,
hat es seit der Fusion im Jahr 1930 eine Doppelstruktur aus zwei
gleichberechtigten Firmenteilen mit eigenen Aktien: die niederländische
Unilever N.V. sowie die britische Unilever PLC. Es gibt weiterhin zwei
Hauptversammlungen, zwei Unternehmenssitze in Rotterdam und London,
jedoch ist der Vorstand von beiden Unternehmen identisch. Diese werden
seit April 2005 von dem Franzosen Patrick Cescau geleitet. (Eine ähnliche
Konstruktion existiert übrigens bei dem Unternehmen Royal Dutch/Shell).
Das Unternehmen beschäftigt in über 100 Ländern weltweit rund
223.000 Mitarbeiter, davon 8.000 in Deutschland (1962 waren es 36.000,
1990 27.400 in Westdeutschland und Ende 2005 8.000 Beschäftigte in
Gesamtdeutschland). Die deutsche Zentrale befindet sich in Hamburg.
Der weltweite Umsatz stieg 2004 um 3 % auf 39,7 Mrd. Euro, der Gewinn
stieg um 21 % auf 3,5 Mrd. €.
Geschichte
Im Jahre 1888 gründet der aus dem niederländischen Oss stammende jüdische
Margarinefabrikant Simon van den Bergh im niederrheinischen Kleve ein
Unternehmen für die industrielle Herstellung von Margarine, um auf
diese Weise die hohen Schutzzölle des Deutschen Reiches auf Butter
und Margarine zu umgehen. Sein Landsmann Anton Jurgens, mal
Konkurrent, mal Kompagnon von van den Berghs, errichtet unweit von
Kleve in der Nachbarstadt Goch ebenfalls eine Fabrik zur
Margarineherstellung.

Elf Jahre später gründet William Hesketh Lever in Mannheim die
Sunlicht-Seifenfabrik AG, welche im Jahre 1914 aus Gründen der
drohenden Enteignung durch die damalige deutsche Staatsführung veräußert
und 1924 zurückgekauft wird. Ebenfalls in diesem Jahr wuchsen die
Familien Jurgens und Van den Bergh zu den führenden Butterherstellern
heran.
Nur drei Jahre später, anno 1927, fusionieren die beiden
Familienunternehmen in Rotterdam zur Margarine Unie und in London zur
Margarine Union. 1929/1930 vereinigen sich schließlich Margarine Unie/Union
und Lever Brothers Ltd. zu Unilever in Deutschland und stellen damit
die bis dahin größte Firmenfusion dar. Parallel wird 1929 aus dem
Zusammenschluss von zehn Unternehmen die Unilever Österreich gegründet,
die 1938 in die Unilever Deutschland integriert wird. Bereits 1932
sind 69 Unternehmen, sowie weitere 31 teilweise im Besitz von
Unilever. Dazu gehört auch die 1925 gegründete Parfümerie Elida AG.
So kommen 1935 wegen strenger Devisenbestimmungen, welche den Abfluß
von Geldern aus Deutschland zum Mutterkonzern nach Rotterdam
verbietet, Unternehmen wie Langnese, sowie Schmelzkäsehersteller,
Textil- und Papierfabriken zum Unternehmen hinzu.
Schon 1948 läuft die Produktion in den meisten Betrieben wieder an.
1958 wird die Margarine-Union AG in eine GmbH umgewandelt. 1960 übernimmt
Unilever von der österreichischen MIAG (Wiener Milchindustrie AG) das
1927 gegründet und unter dem Markennamen Eskimo vertriebene
Milcheisgeschäft. Eskimo ist ebenso wie Walls etc. nicht, wie auf den
ersten Blick zu vermuten, Langnese aus Deutschland unter anderen
Markennamen in den jeweiligen Ländern, sondern so wie Langnese wurden
auch die anderen Produktnamen für die heute bekannte Eisschiene in
den jeweiligen Ländern zugekauft.
Durch den Verkauf von mehreren Textilfabriken trennt sich Unilever von
unprofitablen Firmen in diesem Teilbereich. Dieser Prozess der
Umstrukturierung wird auch in den 1980er Jahren fortgesetzt, um sich
mehr auf die Kernbereiche der Produktion zu konzentrieren.

Den schwierigen Jahren der 1980er folgen Jahre des Wachstums, in denen
Unilever viele Unternehmensbeteiligungen dazugewinnt. Zu den neu
erworbenen Objekten gehören u. a. Parfums Calvin Klein, Bestfood, Ben
& Jerry's, Slim Fast und Amora Maille. Die Lizenz-Parfümherstellung
Calvin Klein wurde mittlerweile aber wieder verkauft. In den vergangen
Jahren verlor das Geschäft von Unilever an Marktanteilen, der Umsatz
stagnierte. In Deutschland wurde dies u. a. auf den Bedeutungsverlust
von Markenartikeln und den Marktanteilssteigerungen von Discountern
zurückgeführt.
Seit einigen Jahren befindet sich Unilever in einer permanenten
Umstrukturierung, welcher auch die die komplizierte
Konzernvorstands-Doppelstruktur zum Opfer fiel. Zudem wurden die
eigenständigen Töchter unter einem Dach zur sog. "One
Unilever" verschmolzen, wobei Deutschland als eines der ersten Länder
diese extreme Umstrukturierung schon vollzogen hat. Damit einhergehend
gab es zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte der Firma massive
Stellenstreichungen.