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ThyssenKrupp AG - (de)

Die ThyssenKrupp AG ist ein deutsches Industrieunternehmen und Deutschlands größtes Stahlunternehmen. Die ThyssenKrupp AG hat einen Doppelsitz, und zwar ist sie in die Handelsregister in Duisburg und Essen eingetragen. Im Vorfeld ihrer Fusion hatten Thyssen und Krupp 1998 bereits ihre Absicht bekundet, in Anknüpfung an die bisherigen Unternehmenstraditionen und angesichts der langjährigen Verbundenheit zu Duisburg und Essen einen Doppelsitz in Duisburg und Essen zu begründen. Die Hauptversammlung des Jahres 2000 der ThyssenKrupp AG hatte den entsprechenden Beschluss gefasst. Unberührt davon bleibt der Verwaltungsstandort Düsseldorf.


Seine historischen Wurzeln vereinen fast die gesamte Geschichte der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie und damit der Industrialisierung Deutschlands - im Guten und im Schlechten. Der ThyssenKrupp-Konzern geht auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Vorgängerunternehmen zurück, die sich vor allem im Zuge der Konsolidierung der Kohlen-, Eisen- und Stahlindustrie zusammengefunden haben. Die Unternehmerpersönlichkeiten der Vorgängerunternehmen prägten im 19. und frühen 20. Jahrhundert wesentlich die deutsche Industriepolitik und nahmen Einfluss auf die deutsche Innen- und Außenpolitik.

ThyssenKrupp heute
ThyssenKrupp selbst entstand 1999 aus der Fusion der Thyssen AG mit der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp (zu den Vorgängerunternehmen siehe unten). Der Konzern besteht aus den Segmenten Steel, Stainless, Technologies, Elevator, und Services. Damit sind die Konzernaktivitäten auf Stahl, Industrie-Anlagen, Industriegüter und Dienstleistungen konzentriert.

ThyssenKrupp Steel ist Inhaber der Marke Nirosta mit Hauptsitz in Krefeld.


Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2002/2003 einen Umsatz von 36,1 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Steuern von 714 Millionen Euro. Größter Unternehmensbereich war hierbei ThyssenKrupp Steel mit 12 Milliarden Euro Umsatz und knapp 50.000 Beschäftigten. Im Geschäftsjahr 2003/2004 verdoppelte sich der Gewinn vor Steuern auf 1,58 Mrd. Euro bei einer Umsatzsteigerung auf 39,3 Mrd. Euro. Hierbei konnten die Verbindlichkeiten von 4,2 auf 2,8 Mrd. Euro gesenkt werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 wurde ein Gewinn vor Steuern von 1,836 Mrd. Euro erwirtschaftet und es konnten die Verbindlichkeiten des Konzerns auf Null gesenkt, was gegenüber der jahrzehntelangen Unterkapitalisierung und Verschuldung von Thyssen und Krupp eine große unternehmerische Leistung ist. Das Geschäftsjahr 2005/2006 war das erfolgreichste in der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz beläuft sich auf 47,125 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf 2,623 Milliarden Euro. Der größte Unternehmensbereich war das Segment Services mit einem Umsatz von 14,204 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverbindlichkeiten des Gesamtkonzerns belaufen sich auf -747 Millionen Euro, was bedeutet, dass ThyssenKrupp deutlich schwarze Zahlen schreibt.

Die insgesamt 187.586 Mitarbeiter verteilen sich auf 679 Einzelunternehmen weltweit (Stand: 30. September 2006). Die belegschaftsstärksten Standorte sind Duisburg, Dortmund, Bochum, Hamburg, Krefeld und Siegerland (Werk Eichen und Ferndorf).

Vorgängerunternehmen
Thyssen AG
Das Dreischeibenhaus in Düsseldorf, Verwaltungsstandort von ThyssenKrupp, Die Thyssen AG geht auf ein Konglomerat von Einzelfirmen zurück, die August Thyssen ab 1867 gründete, aber insbesondere aufgrund der privaten Situation erst kurz vor seinem Tod zu einem Konzern zusammenfasste. Kernpunkt des Konglomerats war die Hüttenzeche Gewerkschaft Deutscher Kaiser. 1926 brachte sein Sohn Fritz Thyssen wesentliche Teile des Konzerns in die Vereinigte Stahlwerke AG ein. Nachdem die Vereinigten Stahlwerke nach dem Zweiten Weltkrieg liquidiert und bis 1949 die Thyssenhütte demontiert worden war, wurde die August Thyssen-Hütte AG im Jahre 1953 neu gegründet. 1972 beschäftigt Thyssen 92.200 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 9,8 Milliarden DM. 1977 erfolgte nach der Übernahme der Rheinstahl AG die Umbenennung in Thyssen AG.


Fried.Krupp AG
Hoesch-Krupp
Die Fried.Krupp AG Hoesch-Krupp war ein deutsches Industrieunternehmen, das 1992 aus der Fried. Krupp AG und der Hoesch AG entstand: per feindlicher Übernahme der Mehrheit der Hoesch AG durch den Krupp-Konzern. Dieser Vorgang war damals erstmalig in Deutschland; feindliche Übernahmen waren zuvor nur aus dem angelsächsischen Raum bekannt.

Fusion Thyssen und Krupp
Mitte März 1997 versuchte die Fried.Krupp AG Hoesch-Krupp in Essen, den wesentlich größeren Thyssen-Konzern in Düsseldorf im Zuge einer feindlichen Übernahme an sich zu binden. Dies war fast erfolgreich, zumindest hatte man die Finanzierung zum Ankauf der Thyssen-Aktienmehrheit bereit stehen. Durch eine Indiskretion in Düsseldorfer Bankenkreisen wurde das Vorhaben jedoch vor Vollendung ruchbar. Es kam sodann zu Protesten und Demonstrationen der Thyssen-Belegschaft, u. a. von rund 30.000 Arbeitnehmern in Frankfurt am Main vor dem Hauptgebäude der Deutschen Bank. Durch die massiven Proteste führten Krupp-Hoesch und Thyssen Verhandlungen über eine gemeinsame Stahlgesellschaft. Zu betriebsbedingten Kündigungen sollte es nicht kommen, wohl aber zum Abbau von 6.600 der 23.600 bestehenden Arbeitsplätze bis zum Jahr 2001. Nach langen und harten Auseinandersetzungen kam es zur Zusammenlegung der Stahlbereiche in der ThyssenKrupp Stahl AG zum 1. April 1997. Am 1. September 1997 kündigten Vorstände und Aufsichtsräte beider Industriekonzerne am 4. November 1997 ihre Gesamtfusion an.


An allen diesen Vorgängen hatten sowohl Gerhard Cromme, als auch Berthold Beitz maßgeblichen Anteil, auf Thyssen-Seite Dieter Vogel, der sich jedoch nicht als neuer Chef für den fusionierten Konzern aufstellen lassen konnte. Die Vernunft setzte sich durch gegen alle Vorbehalte alter Konkurrenz: Um im internationalen Stahl-Geschäft erfolgreich zu sein, bedarf es einer Mindestgröße, die zuvor weder Thyssen noch Krupp allein aufbringen konnten.

Hoesch AG
Die Hoesch AG war ein Stahl- und Montanunternehmen mit Standorten im Ruhrgebiet sowie im Siegerland. 1871 wurde es vom Dürener Unternehmer Leopold Hoesch in Dortmund gegründet. 1899 übernahm Hoesch die Zeche Vereinigte Westphalia mit der zugehörigen Kokerei Kaiserstuhl. 1930 fusionierte das Unternehmen mit dem Köln-Neuessener Bergwerksverein, 1966 mit der Dortmund-Hörder Hüttenunion. Von 1972 bis 1982 bildete Hoesch zusammen mit dem niederländischen Stahlkonzern Hoogovens den Estel-Konzern.


Fried.Krupp GmbH
Symbol der deutschen Schwerindustrie: Die drei nahtlosen Eisenbahn-Radreifen von Krupp
Die Fried.Krupp GmbH (phasenweise auch eine AG) geht zurück auf das traditionsreiche Familienunternehmen der Familie Krupp. Friedrich Krupp gründete 1811 in Essen eine Eisengießerei und später ein Stahlwerk, das Ende des 19. Jahrhunderts zum größten Rüstungskonzern Deutschlands wurde und Waffen für beide Weltkriege lieferte. Aufgrund dieser Bedeutung nahm Krupp großen Einfluss auf die deutsche Politik, insbesondere zur Zeit des Nationalsozialismus. Nach 1945 wurde Alfried Krupp von Bohlen und Halbach deshalb als Kriegsverbrecher verurteilt, der Konzern bestand jedoch weiter.

Krupp war auch ein bedeutender Hersteller von Lastkraftwagen, Bussen und Autokränen in Deutschland; zwischen 1946 und 1954 wurde allerdings der Markenname „Südwerke“ verwendet. Siehe hierzu den Hauptartikel Fried. Krupp Motoren- und Kraftwagenfabriken.


Weitere historische Konzernunternehmen
Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-AG - ehem. Montankonzern
Gelsenkirchener Bergwerks-AG - ehem. Bergbaukonzern
Gewerkschaft Deutscher Kaiser - Thyssen'sche Hüttenzeche
Henschel-Werke - ehem. Gießerei und Fahrzeugwerken
Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein - ehem. Montanunternehmen
Krupp Germaniawerft - Kieler Schiffswerft
Krupp Industrietechnik (Krupp-Autokräne aus dem Werk in Wilhelmshaven; bis 1995 unter dem Namen Krupp, bis dieser Produktionszweig von Grove übernommen wurde)
Maxhütte - ehem. bayerischer Montankonzern
Mediagate - ehem. Mediatechnikkonzern
Mülheimer Bergwerks-Verein - ehem. Bergbaukonzern
Phönix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb - ehem. Montankonzern
Rheinische Bank - ehem. Bank, gegründet unter Beteiligung von August Thyssen
Saar- und Mosel-Bergwerks-Gesellschaft - ehem. Montankonzern
Thyssen Telecom - ehem. Telekommunikationsunternehmen
Thyssen Schienen Technik GmbH - ehem. Geschäftsfeld Oberbau
Union, AG für Bergbau, Eisen- und Stahl-Industrie - ehem. Montankonzern
Vereinigte Stahlwerke AG - ehem. Montankonzern
Westfalenhütte - ehem. Hoesch-Hütte
Dortmunder Eisenbahn


Sonstige aktive Konzernunternehmen und Beteiligungen
Blohm & Voss - Unternehmen der ThyssenKrupp Marine Systems
Bochumer Verein - ehemaliges Konzernunternehmen, gehört nicht mehr zu ThyssenKrupp
Nordseewerke - Unternehmen der ThyssenKrupp Marine Systems
Rothe Erde - Konzernunternehmen der ThyssenKrupp Technologies
Howaldtswerke-Deutsche Werft - Konzernunternehmen der ThyssenKrupp Marine Systems
Rasselstein - Weißblechproduktion
Polysius AG - Anlagenbauer für die Zementindustrie
RAG Aktiengesellschaft - deutscher Montan- und Chemiekonzern mit ThyssenKrupp-Beteiligung
ThyssenKrupp Drauz Nothelfer - Maschinen- und Anlagenbau
ThyssenKrupp Präzisionsschmiede - Automobilzulieferer
ThyssenKrupp Gerlach - Automobilzulieferer
ThyssenKrupp Presta - Automobilzulieferer
ThyssenKrupp Nirosta - Hersteller von Nirostastahl
Transrapid International GmbH & Co. KG - Hersteller von Hochgeschwindigkeitszügen (gemeinsam mit der Siemens AG).
Uhde GmbH - Chemie-Anlagenbau
ThyssenKrupp Krause GmbH (ehem. Johann A. Krause Maschinenfabrik GmbH) - Konzernunternehmen im Bereich Technologies

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