Suez
S.A. - (de)
Der heutige französisch-belgische Konzern ist eines der ältesten
kontinuierlich existierenden multinationalen Unternehmen der Welt:
Eine seiner historischen Wurzeln ist die Gründung der Algemeene
Nederlandsche Maatschappij ter begunstiging van de volksvlijt durch
den niederländischen König Wilhelm I. im Jahr 1822.

Eine weitere Wurzel ist die 1858 von Ferdinand de Lesseps gegründete
Compagnie universelle du canal maritime de Suez zum Bau und Betrieb
des Suezkanals. Der Kanal wurde 1869 eingeweiht. 1956 nationalisierte
Gamal Abdel Nasser den Kanal und entschädigte die Gesellschaft. Nach
dem politisch gescheiterten britisch-französischen Versuch, den
Suezkanal militärisch zurückzugewinnen (Suezkrise), wurde 1958 das
Unternehmen in Compagnie financière de Suez umbenannt und
konzentrierte sich auf eine Vielzahl von Beteiligungen und
Investitionen in verschiedenen wirtschaftlichen Branchen. 1959 gründete
es die Banque de la Compagnie Financière de Suez, die 1966 in Banque
de Suez et de l’union des mines umbenannt wurde. 1974 fusionierte
die Banque de Suez mit der Banque de l’Indochine zur Banque Indosuez.
Nach dem Wahlsieg François Mitterrands 1982 wurde die Compagnie
financière de Suez verstaatlicht, aber bereits 1987 reprivatisiert.
1989 übernahm Suez die traditionsreiche Bank Société Générale de
Belgique (nicht mit der französischen Bank Société Générale zu
verwechseln!), die größte belgische Geschäftsbank, die über eine
Industrieholding mit weit verzweigten Beteiligungen verfügt. 1990
erhielt das Unternehmen den Namen Compagnie de Suez. 1997 fusionierte
dieses Unternehmen mit dem führenden französischen Wasserversorger
Lyonnaise des Eaux, bei dem es bereits seit 1967 beteiligt war unter
dem neuen Namen Suez Lyonnaise des eaux, der 2001 erneut in Suez geändert
wurde. Dies geschah in der erklärten Absicht, in naher Zukunft zum
weltweit größten Versorgungsunternehmen zu werden.

Aufgrund des enormen Erfolgs der von der französischen Bank Société
Générale gegründeten Compagnie Générale des Eaux gründete deren
Konkurrent, der Crédit Lyonnais 1880 die Lyonnaise des Eaux unter dem
Namen La Lyonnaise des eaux et de l’éclairage (= die Lyoner für
Wasser und Beleuchtung). Während der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts hatte sich dieses Unternehmen als ein wichtiger Versorger
auf dem Gebiet Wasser, Gas und Elektrizität in Frankreich entwickelt.
Auch in Nordafrika (Marokko, Tunesien), Zentralafrika (Togo, Kongo)
und im Pazifik (Neu-Kaledonien) entwickelte Lyonnais Aktivitäten. Mit
der Nationalisierung von Gas (Gaz de France) und Elektrizität (Électricité
de France) in Frankreich 1946 wechselte das Unternehmen seinen Namen
in Lyonnaise des eaux und verstärkte seine Position auf dem Gebiet
der Wasserversorgung 1972 durch die Akquisition von Degrémont. Es
erweiterte seine Geschäftsaktivitäten auf den Sektoren Heizung und
Bestattungsdienste.

In den 1980er und 1990er Jahren wuchs Lyonnaise des Eaux nach Großbritannien,
Spanien und in die USA. Zuletzt engagierte sich Lyonnaise des Eaux auf
dem Sektor audiovisueller Kommunikation und gründete 1986 die
Kabelfernsehgesellschaft Lyonnaise communications. 1987 übernahm das
Unternehmen eine Beteiligung an dem privaten Fernsehkanal Métropole Télévision
(M6). 1990 fusionierte Lyonnaise mit DUMEZ, stieß 1996 alle
Beteiligungen im Bestattungsbereich ab und erwarb 16 weitere Kabelkanäle,
womit Lyonnaise zum größten französischen Kabelfernsehanbieter
wuchs.
2004 bestanden die Hauptaktivitäten von Suez in der Energieversorgung
(Tractebel), der Wasserversorgung (Ondeo, Lyonnaise des eaux, Degrémont)
und in der Immobilienverwaltung (SITA).