Statoil
ASA - (de)
Am 14. Juni 1972 wurde auf Beschluss des Storting, des norwegischen
Parlaments, Den norske stats statsolieselskab (Staatliche Ölgesellschaft
des norwegischen Staates), kurz Statoil, gegründet. Ziel war es, an
der Ausbeutung in den 60er-Jahren entdeckten Erdölvorkommen in der
Nordsee teilzuhaben und die Basis für eine nationale Ölindustrie
(Raffinerien, Petrochemie) zu bilden. Der Gründungsparagraph sieht
vor, dass Statoil sich mit Gewinnung, Transport, Verteilung und
Vertrieb von Erdöl und davon abgeleiteten Produkten beschäftigen
solle. Außerdem wurde eine umfangreiche Reportpflicht gegenüber dem
Industrieministerium (später dem Erdöl- und Energieministerium)
festgelegt.

Schon bald begannen die Vorbereitungen zur Ölgewinnung, und bereits
1974 wurde das Statfjord-feld auf dem norwegischen Kontinentalschelf
entdeckt. 1979 konnte die Förderung aufgenommen werden - zunächst
wurde das Rohöl noch per Schiff von der Bohrinsel aus an Land befördert.
1981 übernahm Statoil als erstes norwegisches Unternehmen die
alleinige Betriebsverantwortung für ein neues Feld: Gullfaks im Süden
des Kontinentalschelfs.
Ein weiterer Schritt der Diversifizierung folgte 1985, als die
Norweger das skandinavische Tankstellennetz des Konkurrenten Esso übernahmen.
Heute ist die Tankstellensparte Statoil Detaljhandel Marktführer in
mehreren nordeuropäischen Ländern.
Seit 1988 fördert der Konzern auch Erdgas (das erste erschlossene
Erdgasfeld war Tommeliten), im selben Jahr wurde mit Mongstad (nahe
Bergen) das zweitgrößte Erdöl-Verladeterminal Europas eröffnet.
Gleichzeitig begann auch die Expansion der Gewinnungsaktivitäten (man
vermutet, dass das Norwegische Kontinentalschelf seinen Förderzenit
bereits überschritten hat und dort kaum mehr große neue Ölfelder zu
finden sind) ins Ausland: Zuletzt wurden 2005 Dependancen in China und
Angola eröffnet. Die Deutschland-Zentrale von Statoil befindet sich
in Emden an der Knock, wo auch eine Anlande- und Reinigungsstation für
Nordseegas betrieben wird.
Im Jahr 2001 erfolgte die Teilprivatisierung: 18 Prozent der Anteile
wurden an der Börse in Oslo verkauft, inzwischen ist Statoil auch an
der New York Stock Exchange gelistet.

In einer Pressemitteilung vom 18. Dezember 2006 wurde mitgeteilt, zum
Herbst 2007 den Bereich Oil & Energy der zweitgrößten
norwegischen Ölgesellschaft Norsk Hydro mit Statoil vorbehaltlich der
Genehmigung durch die Gesellschafter sowie die Kartellbehörden
zusammenlegen zu wollen. Die neue Gesellschaft, deren Name noch nicht
feststeht, soll sich erfolgreicher im internationalen Markt gegen die
anderen global operierenden Ölkonzerne behaupten können. Dieser
Schritt war schon seit Jahren in der Diskussion, wurde jedoch im
Oktober, nach dem Scheitern der Gespräche sowohl von Statoil als auch
Norsk Hydro mit der russischen Regierung über eine Beteiligung an dem
gigantischen Gasfeld Shtokman, wieder akut. Vorstandsvorsitzender der
neuen Gesellschaft wird der jetzige Statoil-Chef Helge Lund,
Aufsichtsratsvorsitzender der jetztige Norsk Hydro-Chef Eivind Reiten.
Da die neue Gesellschaft auf dem Norwegischen Kontinentalschelf einen
Anteil an der Gesamtförderung von 85% haben würde, ist eine
Genehmigung durch die EU-Kartellbehörde noch nicht sicher.