Siemens
AG - (de)
Unternehmensgeschichte bis zum Ersten Weltkrieg
Am 12. Oktober 1847 gründete Werner von Siemens zusammen mit Johann
Georg Halske die Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske in
Berlin. Grundlage bildet seine Erfindung des Zeigertelegraphen. Das
Berliner Unternehmen entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte von
einer kleinen Werkstatt, die neben Telegraphen vor allem Eisenbahnläutwerke,
Drahtisolierungen und Wassermesser herstellte, zu einer der weltweit
größten Elektrofirmen. 1848 baute Siemens die erste Telegraphenlinie
Europas über weite Entfernungen zwischen Berlin und Frankfurt am
Main. Früh war das Unternehmen auch international tätig: Werners
Bruder Carl Wilhelm Siemens eröffnete 1850 eine Repräsentanz der
Firma in London, die später in das selbständiges Unternehmen Siemens
Brothers Co. umgewandelt wurde. Ab 1851 war das Unternehmen in
Russland an der Schaffung eines Telegraphen-Netzwerks beteiligt. 1855
eröffnet Siemens eine Zweigniederlassung in Sankt Petersburg, die
durch Carl von Siemens, einem weiteren Bruder, geleitet wurde. Weitere
internationale Großprojekte wie der Bau der Indo-Europäischen
Telegrafenlinie (1867-70) und ein mit Siemens Brothers verlegtes
Transatlantikkabel (1870) führten zu steigenden Umsätzen.
Entscheidend war jedoch die Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips
durch Siemens im Jahr 1866, das die Voraussetzungen für die Nutzung
der Elektrizität zur Kraftversorgung schuf. Dadurch erschlossen sich
für die Gesellschaft neue Geschäftsfelder wie zum Beispiel bei der
Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken und Eisenbahnzügen sowie der
Produktion von Glühlampen.

1889 schied Werner von Siemens aus der Geschäftsführung aus, Inhaber
waren nun Bruder Carl und die Söhne Arnold und Wilhelm. 1897 erfolgte
die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Zunehmend entwickelte sich
jedoch die Allgemeine Electricitäts-Gesellschaft (AEG) zum
Gegenspieler von Siemens auf dem Elektromarkt. 1899 baute Siemens
& Halske einen Straßenbahn-Omnibus, der als Duo-Bus bzw.
„O-Bus“ in Berlin erfolgreich eingesetzt wurde. Zuvor wurde schon
ein als „Elektro-Motte“ bekannte Oberleitungswagen gebaut und im
Betrieb getestet, aber wegen der schlechten Straßen wurde die
Bus-Linie wieder eingestellt. Als es nach der Jahrhundertwende zu
einem Konzentrationsprozess in der Branche kam, entschloss sich
Siemens, den eigenen Starkstrombereich zusammen mit dem der Nürnberger
Firma Elektrizitäts-AG, vormals Schuckert & Co. in die gemeinsame
Siemens-Schuckertwerke GmbH (SSW) einzubringen. Im Bereich der
drahtlosen Telegraphie gründete man gemeinsam mit der AEG die
Gesellschaft für drahtlose Telegraphie System Telefunken, um die
andauernden Streitigkeiten um Patente zu beenden. Die Berliner
Produktionsstätten wurden in der Folgezeit zunehmend in ein Gebiet im
Nordwesten Berlins zwischen Spandau und Charlottenburg verlegt, das
schließlich die offizielle Bezeichnung Siemensstadt erhielt.
Der Siemens-Konzern gehörte zu den ersten multinationalen
Industrieunternehmen Europas. Die Auslandsproduktion setzte 1863 mit
einem Kabelwerk bei Woolwich (England) ein, 1882 folgte ein Kabelwerk
in Sankt Petersburg. Die von Arnold von Siemens aufgebaute Wiener
Filiale nahm 1883 ebenfalls eine eigene Produktion auf. 1892 wurde die
erste Siemens-Niederlassung in Übersee, die Siemens & Halske
Japan Agency in Tokio, gegründet, der zahlreiche weitere folgen
sollten. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges bestanden Produktionsstätten
in Großbritannien, Russland, Österreich, Ungarn, Frankreich, Belgien
und Spanien. Insgesamt besaß Siemens in 49 Ländern 168 Vertretungsbüros.
1912 begann man bei Siemens & Halske mit dem Bau von
Flugzeugmotoren.
Zwischenkriegszeit und Zweiter Weltkrieg [Bearbeiten]Geschäftsführer
und
Vorstandsvorsitzende der Siemens AG
Nach den Verlusten des Ersten Weltkrieges gehörte Siemens schon Mitte
der 1920er Jahre wieder zu den fünf weltweit führenden
Elektrokonzernen. 1939 war Siemens mit 187.000 Beschäftigten der größte
Elektrokonzern der Welt. Neue Anwendungsbereiche wie die
Medizintechnik, die Rundfunktechnik, elektrische Wärme- und
Haushaltsgeräte oder auch das Elektronenmikroskop gewannen rasch an
Bedeutung für das Unternehmen.

Kurzfristig kooperierte Siemens nach 1920 in der
Siemens-Rheinelbe-Schuckert-Union unter der Führung von Hugo Stinnes
eng mit Unternehmen der Eisen-, Stahl- und Kohleindustrie. Später
wurden einzelne Produktbereiche in spezialisierten Tochter- und
Beteiligungsgesellschaften ausgegliedert. So entstanden unter anderem
die Glühlampen-Gesellschaft Osram GmbH KG (1920), die
Siemens-Bauunion GmbH (1921), die Siemens-Reiniger-Veifa Gesellschaft
für medizinische Technik mbH (1925, ab 1932 Siemens-Reiniger-Werke
AG) und nach Übernahme der Eisenbahnsignal-Bauanstalt Max Jüdel
& Co in Braunschweig die Vereinigte Eisenbahn-Signalwerke GmbH
(1929).
Auch im Ausland baute Siemens seine Position wieder aus. 1936 gab es
in Europa 16 Fertigungsstätten (u.a. in Wien, Budapest, Mailand und
Barcelona). Außerhalb Europas entstanden Produktions-Joint Ventures
in Tokio und Buenos Aires. In Japan wurde hierzu gemeinsam mit dem
Furukawa-Konzern 1923 die Fusi Denki Seizo KK gegründet. In die
Zwischenkriegszeit fallen auch eine Reihe von internationalen Großprojekten,
etwa der Bau der U-Bahnen in Athen (1926-28) und Buenos Aires
(1933-38). Besonders prestigeträchtig war das Shannon-Wasserkraftwerk
(Ardnacrusha) in Irland (1925-1929) und die damit verbundene
Elektrifizierung Irlands. Lediglich in den USA war Siemens aufgrund
eines Austauschvertrags mit dem Westinghouse-Konzern nicht aktiv.
Die Weltwirtschaftskrise nach 1929 führte auch bei Siemens zu
erheblichen Umsatzeinbußen und Personalentlassungen. Rüstungsaufträge
nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 waren für die
positive Entwicklung bei Siemens mitentscheidend. Nach dem
Kriegsausbruch 1939 waren die Siemens-Kapazitäten mit kriegswichtigen
Bestellungen voll ausgelastet. Im Verlauf des Krieges wurden
Produktionsstätten in alle Gegenden Deutschlands und in die besetzten
Gebiete ausgelagert, wo auch Siemens in großem Umfang Zwangsarbeiter
einsetzte. Zahlreiche Siemens-Produktionsstätten wurden durch den
Krieg zerstört. Am 20. April 1945 kam es nach dem Einmarsch
russischer Truppen zur Schließung der Siemens-Werke in Berlin.

Nachkriegsentwicklung
Schon in den letzten Monaten des Krieges hatte sich das Unternehmen
auf die militärische Niederlage vorbereitet und regionale
Unterorganisationen gebildet. Erst 1949, nachdem eine Zerschlagung
durch die Alliierten abgewendet worden war, erhielt Siemens wieder
eine einheitliche Führung für ganz Deutschland. Die Konzernzentrale
wurde nach München (Siemens & Halske) und Erlangen (Siemens-Schuckertwerke
und Siemens-Reiniger-Werke) verlegt. Bayern wurde somit zum neuen
Zentrum des Konzerns, nachdem die Fabrikationsstandorte in der
Sowjetischen Besatzungszone und im Ausland verloren gegangen waren.
1950 erreichte das Unternehmen wieder 90 Prozent der
Vorkriegsproduktion von 1936. Dabei wurde die Produktpalette weiter
ausgebaut, auch wenn Großprojekte und Investitionsgüter an Bedeutung
gewannen. Ab 1954 stieg man in die Datenverarbeitung ein und
produzierte Halbleiterbauelemente und Computer, etwa den Siemens 2002.
Für den Konsumgüterbereich (z.B. Waschmaschinen, Fernsehgeräte)
wurde 1957 die Siemens-Electrogeräte AG gegründet. Auch in der
Medizintechnik konnte man etwa mit der Produktion von
Herzschrittmachern die eigene Position ausbauen. 1962 beschäftigte
der Konzern 240.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz
von 5,4 Milliarden DM. Dieser hatte sich damit innerhalb eines
Jahrzehnts vervierfacht.
1966 wurden Siemens & Halske AG, Siemens-Schuckertwerke AG und
Siemens-Reiniger-Werke AG (bis 1969 als Siemens AG, Wernerwerk für
Medizinische Technik, später Siemens Medical Solutions) zur Siemens
AG zusammengefasst. Die Neuordnung wurde 1969 mit der Bildung von
sechs Unternehmensbereichen (Bauelemente, Datentechnik,
Energietechnik, Installationstechnik, Medizinische Technik,
Nachrichtentechnik), fünf Zentralbereichen (Betriebswirtschaft,
Finanzen, Personal, Technik, Vertrieb) und zahlreiche so genannte
Regionale Einheiten (Zweigniederlassungen, Auslandsniederlassungen)
abgeschlossen. Dennoch blieb ein umfangreiches Netz an Tochter- und
Beteiligungsgesellschaften bestehen. 1967 übernahm man von Brown,
Boveri & Cie die Zuse KG zu 70 %, zwei Jahre später zu 100 %.
Gleichzeitig wurde der Haushaltsgerätesektor mit dem von Bosch zur
BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) zusammengelegt. 1969
erfolgte zusammen mit der AEG die Gründung der Tochterunternehmen
Transformatoren Union (TU) und Kraftwerk Union (KWU). 1978 ging die
Osram GmbH ganz in Siemens-Besitz über. Andere Tochtergesellschaften
wie die Siemens-Bauunion oder die Siemens-Planiawerke wurden jedoch
abgestoßen.

Zu den technischen Erfolgen der 1980er Jahren gehört die 1980
gemeinsam mit den Deutsche Telephonwerken in Berlin produzierte
weltweit erste digitale Telekommunikationsanlage. Auch im
Schienenfahrzeugbau, der 1989 in die Siemens-Verkehrstechnik
ausgegliedert wurde, war Siemens durch seine Beteiligung am
ICE-Projekt erfolgreich. Hier wurde zudem das Projekt der
Magnetschwebebahn Transrapid verfolgt.
1986/87 war der Konzernumsatz auf 51,4 Mrd. DM angewachsen. 1987 wurde
die Siemens AG um die Unternehmensbereiche KWU und Halbleiter
erweitert, bevor 1989/90 dann eine erneute Umorganisation mit nun
vierzehn Unternehmensbereichen (Energieerzeugung (KWU); Energieübertragung
und -verteilung; Anlagentechnik, Antriebs-, Schalt- und
Installationstechnik; Automatisierungstechnik; Daten- und
Informationstechnik; private Kommunikationssysteme; Sicherungstechnik;
Verkehrstechnik; Automobiltechnik; medizinische Technik; Halbleiter;
Bauelemente und Röhren) umgesetzt wurde. Diese Gliederung entspricht
noch weitgehend den heutigen, nun englisch bezeichneten,
Konzernteilen.
Die Geschäftsentwicklung verlief in den letzten Jahrzehnten
keineswegs uneingeschränkt positiv. Zwischen 1971 und 1976 sowie zu
Beginn der 1980er Jahre sank die Zahl der Mitarbeiter um mehrere
Tausend. Ein vorläufiger Mitarbeiterhöchststand wurde dann 1991 mit
427.000 Arbeitnehmern erreicht. 1985/86 kam es zudem zu einem
kurzzeitigen Umsatzeinbruch von 14 %. Vor allem der deutsche
Heimatmarkt verlor im Vergleich zu den außereuropäischen Märkten
stark an Bedeutung. Schon Anfang der 1980er produzierte Siemens in 37
Ländern in 141 Fabriken. Das Ausland war zu diesem Zeitpunkt mit
stark 50 % am Konzernumsatz beteiligt, während dieser Anteil in den
1990er Jahren auf zwei Drittel anstieg.

FujitsuSiemens Celvin1991 übernahm man von Texas Instruments deren
Abteilung für Automatisierung.
Die Siemens AG geriet 1992 in die Schlagzeilen, weil sie ein
Waffenprogramm im Nahen Osten unterstützte.
Im Frühjahr 1996 wurde Siemens in Singapur wegen Korruptionsvorwürfen
zusammen mit vier weiteren ausländischen Unternehmen für fünf Jahre
von allen öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen.
Um im Bereich EDV-Technik konkurrenzfähig zu bleiben, erwarb Siemens
1990 einen Anteil von 51 % an der Nixdorf Computer AG und brachte den
Siemens-Unternehmensbereich mit in die Siemens-Nixdorf
Informationssysteme AG ein. Das Unternehmen wurde jedoch 1999 wieder
ausgegliedert und firmiert heute als Wincor Nixdorf International
GmbH. Lediglich die PC-Sparte wurde in die Fujitsu Siemens Computers
GmbH integriert, die 1999 aus dem Zusammenschluss der Fujitsu
Computers Europe mit Siemens Computer Systems hervorging. Ebenfalls
1999 ausgegliedert wurde der Bereich der passiven Bauelemente und Röhren
unter dem Namen Epcos AG und der Halbleiterbereich unter dem Namen
Infineon Technologies AG. Die letzten Anteile an diesen beiden Firmen
verkaufte die Siemens AG 2006.
Jüngste Entwicklungen
2001 erwarb Siemens eine Mehrheitsbeteiligung an der Atecs Mannesmann
AG, deren Unternehmensaktivitäten Dematic, VDO und Demag in den
Bereich Siemens Dematic (später Logistics and Assembly Systems
(L&A) umgewandelt wurden. Dieser wurde am 1. Oktober 2005 wieder
aufgelöst. Seine Teil-Geschäftsgebiete Postal Automation (PA) und
Airport Logistics (AL) wurden in den Bereich Industrial Solutions and
Services (I&S) integriert. Das Geschäftsgebiet Electronic
Assembly Systems (EA) gehört nun Automation and Drives (A&D) an.
Distribution and Industry (DI), Material Handling and Production (MHP)
und Customer Services (CS) werden zur Dematic GmbH & Co. KG. Diese
rechtlich eigenständige Gesellschaft ist vorerst eine 100 %ige
Tochter der Siemens AG und nahm am 1. Januar 2006 ihre Tätigkeit auf.
Hauptgründe für diesen Umbau waren anhaltende operative Verluste,
hauptsächlich der ausgegliederten Geschäftsgebiete. Im Juni 2006 gab
Siemens schließlich den Verkauf von Dematic an den europäischen
Private-Equity-Investor Triton bekannt.
Zum 1. Oktober 2004 wurden die Siemens Bereiche ICM und ICN zum neuen
Bereich Communications (Com) zusammengefasst. Daraus ergibt sich der
größte Einzelbereich der Siemens AG. Zum 3. März 2005 übernahm die
a&o Gruppe aus Neuss die SBS-Tochter Sinitec. Dieser Verkauf wird
als Beginn einer Umstrukturierung innerhalb des Siemens-Konzerns
angesehen.

Am 7. Juni 2005 gab das Unternehmen bekannt, dass die Handysparte mit
Wirkung zum 1. Oktober 2005 an die taiwanische Firma BenQ abgegeben
wird, diese führte das Mobilfunkgeschäft mit einer Zentrale in München
kurz weiter bis BenQ im Herbst 2006 die Zahlungen für die
Mobilfunksparte einstellte und diese insolvent wurde, tausende
Arbeitsplätze , v. a. in München und Kamp-Lintfort /
Nordrhein-Westfalen gingen verloren.
Im Februar 2006 kamen Gerüchte auf, der Siemens-Vorstand erwäge den
Verkauf bzw. Ausgliederung von Teilen des Com-Bereichs. Am 19. Juni
2006 gab Siemens die Zusammenlegung seiner Sparten für das Geschäft
mit Netzbetreibern mit dem finnischen Konkurrenten Nokia in einem
neuen, rechtlich eigenständigen Unternehmen bekannt. Zum 1. Januar
2007 sollte durch dieses Joint Venture ein global führender
Infrastrukturanbieter für Fest- und Mobilnetze unter dem Namen Nokia
Siemens Networks entstehen, an dem Nokia und Siemens je zur Hälfte
beteiligt sind. Durch das Bekanntwerden von Korruption im großen Stil
im Dezember 2006 verzögert sich dieses Vorhaben um ein Quartal. Sitz
der in den Niederlanden registrierten Gesellschaft soll in der Region
Helsinki, Finnland sein. Simon Beresford-Wylie, derzeit Executive Vice
President und General Manager von Nokia Networks, soll nach Abschluss
der Zusammenlegung den Vorstandsvorsitz von Nokia Siemens Networks übernehmen.
Das neue Unternehmen Nokia Siemens Networks würde ca. 60.000
Mitarbeiter beschäftigen. Angestrebt werden Synergieeffekte von rund
1,5 Mrd. EUR bis zum Jahr 2010 (etwa 10 Prozent des summierten
Pro-Forma-Umsatzes der beiden Unternehmensteile im Jahr 2005), auch
durch den Abbau von Personal (geschätzt 9.000 Stellen sollen ab
Anfang 2007 entfallen).
Weiterhin hat der Vorstand von Siemens am 19. Juni 2006 bekannt
gegeben, die Konsolidierung in der Enterprise-Networks-Industrie
(Netzwerkgeschäft mit Firmenkunden) aktiv zu verfolgen. Siemens ist
nach eigenen Angaben in Verhandlungen mit mehreren Interessenten zur
Umsetzung dieser Strategie. Das Wireless-Modules-Geschäft (Geschäft
mit drahtlosen Funkmodulen in der Maschine-zu-Maschine Kommunikation,
z. B. in Verkaufsautomaten) soll zum 1. Oktober 2006 in den
Siemens-Bereich Automation and Drives integriert werden.

Durch diese jüngsten Umstrukturierungen löst die Siemens AG den
Communications (Com) Geschäftsbereich somit knapp zwei Jahre nach
seiner Gründung wieder auf.
Die Zahl der Mitarbeiter des Siemens-Konzerns (incl. Joint-Ventures
und Beteiligungen) beträgt heute weltweit rund 472.000 Mitarbeiter
(2006). Dabei ist eine Entwicklung hin zum Offshoring zu erkennen. So
waren 2001 über 41 % der Siemens-Mitarbeiter in Deutschland tätig,
2005 waren es noch 36 %. Gleichzeitig schuf Siemens in Osteuropa und
Asien neue Beschäftigung.
Immer wieder wird Siemens auch ein Interesse am Aufbau eines europäischen
Wehrtechnik-Konzerns nachgesagt. Hierzu soll möglicherweise der 49 %
Anteil an KMW in ein Gemeinschaftsunternehmen mit EADS eingebracht
werden. Es tauchten auch wiederholt Spekulationen auf, wonach Siemens
das Aktienpaket, welches Daimler-Chrysler an EADS hält und abstoßen
möchte, übernehmen könnte, wodurch langfristig auch eine Übernahme
von EADS denkbar wäre.
Siemens ist seit Januar 2006 an der Entwicklung der europäischen
Suchmaschine Quaero beteiligt.