RWE
AG - (de)
Die RWE AG (bis 1990 Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG)
ist das zweitgrößte deutsche Energieversorgungsunternehmen mit
Hauptsitz in Essen. 1898 wurde die Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk
AG (RWE) durch die Elektrizitäts-AG vormals W. Lahmeyer & Co und
die Deutsche Gesellschaft für elektrische Unternehmungen gegründet,
um die Stadt Essen mit Elektrizität zu versorgen.
Am 25. April 1898 wurde die Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk
AG (RWE) durch die Elektrizitäts-AG vormals W. Lahmeyer & Co und
die Deutsche Gesellschaft für elektrische Unternehmungen gegründet,
um die Stadt Essen mit Elektrizität zu versorgen.
1902 erwarben August Thyssen und Hugo Stinnes mittels eines von ihnen
geführten Konsortiums unter Beteiligung der Deutschen Bank, der
Dresdner Bank und der Disconto-Gesellschaft die Mehrheit an der RWE.

Das erste Elektrizitätswerk wurde auf dem Gelände der Stinnes-Zeche
Victoria Mathias errichtet. Im Anschluss expandierte die Gesellschaft
rasch durch Abschluss weiterer Versorgungsverträge mit Gemeinden im
Ruhrgebiet und im Rheinland. Zur Finanzierung des Wachstums sowie zur
Erlangung von Konzessionen und Genehmigungen organisierte Stinnes die
RWE als gemischtwirtschaftliches Unternehmen mit privaten und
kommunalen bzw. staatlichen Anteilseignern. Er versuchte
Stromlieferungsrechte vor allem durch den Erwerb von elektrischen Straßen-
und Kleinbahnbetrieben zu erlangen. Die so erworbenen Verkehrsbetriebe
fasste man in der RWE-Bahnabteilung zusammen. Die weitere Entwicklung
führte 1936 zur Gründung der Tochtergesellschaft Rheinisch-Westfälische
Straßen- und Kleinbahnen GmbH in Essen, die bis 1966 auf diesem
Gebiet tätig war. Durch eine aggressive Akquisitionspolitik und
zahlreiche Gründungen von Elektrizitätswerken und
Versorgungsunternehmen expandierte RWE unter ihren Vorständen Alfred
Thiel (Vorstand 1902–1930) und Bernhard Goldenberg (Vorstand
1904–1917) schnell zu einem der größten deutschen
Energieunternehmen. Nach dem Tode Goldenbergs wurde Arthur Koepchen
Vorstand des Unternehmens. 1922 erwarb das Unternehmen die
Mehrheitsbeteiligung an der BIAG Zukunft.
1962 beschäftigte das Unternehmen 15.000 Mitarbeiter und
erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 2,2 Mrd. DM. 1972 waren 56.600
Mitarbeiter bei RWE beschäftigt und erzielten einen Jahresumsatz von
6,8 Mrd. DM.

Vattenfall, E.ON und EnBW2000 fusionierte RWE mit seinem Mitbewerber
Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen (VEW). Gleichzeitig wurden
die Vorzugsrechte kommunaler Anteilseigner erworben. In den letzten
Jahren hat sich RWE zu einem weltweit tätigen Energie- und
Wasserversorungsunternehmen gewandelt. Infolgedessen benannte sich das
Unternehmen um, aus Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk wurde
RWE als bedeutungslose Buchstabenfolge. In den letzten Jahren trennte
sich RWE von zum Teil langjährigen Finanzbeteiligungen an Unternehmen
wie Hochtief und Heidelberger Druckmaschinen. Ende 2004 wurde RWE
wegen seiner Lobbyismus-Praktiken öffentlich stark kritisiert (so
genannte RWE-Affäre). Harry Roels reagierte mit der Entwicklung eines
Verhaltens-Kodex und von Unternehmens-Werten wie z. B.
„Kundenorientierung“ und „Vertrauen“.
Im Dezember 2005 geriet RWE als Netzbetreiber im Zusammenhang mit
schweren Stromausfällen in Teilen des Münsterlands in die
Schlagzeilen, nachdem dort als Folge eines heftigen Wintereinbruchs
mehrere Hochspannungsmasten zerstört und die Stromversorgung in
Teilen des Münsterlandes vollständig zusammengebrochen war. In
einigen Gebieten dauerte es mehrere Tage, bis die Versorgung wieder
sichergestellt war.

Im Rahmen der Konzentration auf Kernkompetenzen kündigte die RWE AG
am 4. November 2005 an, das Wassergeschäft von RWE Thames Water in
Großbritannien und von American Water in Nordamerika zu veräußern.
Das Unternehmen fokussiert sich zukünftig ausschließlich auf das
Energiegeschäft (Strom und Gas) in Deutschland, Großbritannien,
Benelux sowie Mittel- und Osteuropa. Mit dem Verkauf der RWE Umwelt im
Jahr 2005 ist der Ausstieg aus dem Entsorgungs-Geschäft abgeschlossen
worden und mit dem Verkauf von Thames Water im Dezember 2006 der
Ausstieg aus dem Wasser-Geschäft eingeleitet. Der Börsengang von
American Water ist für das Jahr 2007 angekündigt. Die Fokussierung
auf die beiden Energieträger Strom und Gas wurde auch durch die Gründung
des Bereichs Midstream verdeutlicht, der die Gas-Aktivitäten des
Konzerns koordiniert (z.B. Gaseinkauf, Gastransport, Gasspeicherung).