Royal
Bank of Scotland (RBS) - (de)
18. und 19. Jahrhundert
Die bereits seit 1695 bestehende Bank of Scotland durfte nur mit
Zustimmung des schottischen Parlaments Kredite an den Staat vergeben.
Um Widerständen durch das Parlament zu begegnen, wurde im Jahr 1727
die RBS durch königliches Dekret gegründet. 1728 wurde von ihr, als
erster Bank der Welt, der Überziehungskredit eingeführt. In den
folgenden knapp 15 Jahren kam es zwischen beiden Banken zu einem
harten Verdrängungswettbewerb, den jedoch keine für sich entscheiden
konnte. Anfang der 1780er Jahre begann die RBS zu expandieren und eröffnete
Niederlassungen in ganz Schottland.
Dies setzte sich während des ganzen 19. Jahrhunderts fort, wobei es
auch zu den ersten Übernahmen anderer Institute kam.
Im Jahre 1826 brachte die RBS die ersten beidseitig bedruckten
Banknoten in Umlauf.

20. Jahrhundert
In den 1920er Jahren kam es zu einer Konsolidierung des britischen
Bankenmarktes, an der die RBS maßgeblich beteiligt war. Durch weitere
Übernahmen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die RBS zur größten
schottischen Bank und kontrollierte fast 50 % des schottischen
Marktes. Die 1980er Jahre waren geprägt durch die Entwicklung von
neuen Produkten wie z. B. Versicherungen und von Investitionen in den
USA, gleichzeitig wurden mehrere Übernahmeversuche durch andere
Banken abgewehrt. In den 1990er Jahren besann sich die Bank mehr auf
den britischen Markt, forcierte das Privatkundengeschäft und war
Vorreiter im Telefon- und Online-Banking. Durch Joint-Ventures mit der
Supermarktkette Tesco und der Virgin Group wurden neue Vertriebswege
beschritten.
21. Jahrhundert
Inzwischen die fünftgrößte Bank in Großbritannien, folgte im Jahr
2000 die feindliche Übernahme der National Westminster Bank (NatWest).
Vorausgegangen war Ende 1999 der Übernahmeversuch eines britischen
Versicherers durch die NatWest, was im Bankensektor als falsche
Strategie angesehen wurde. Dies veranlasste die Bank of Scotland zu
einem Übernahmeangebot gegenüber der NatWest in Höhe von 21
Milliarden Pfund, was wiederum die RBS auf den Plan rief. Im Februar
2000 hatte sie genügend institutionelle Anleger der NatWest auf ihre
Seite gezogen, so dass die Übernahme für 21 Milliarden Pfund zu
Stande kam. Damit schuf sich die RBS schlagartig einen Zugang zu den
amerikanischen und kontinentaleuropäischen Märkten, in denen sie bis
dato nicht sonderlich stark vertreten war.

Im August 2005 wurde eine strategische Partnerschaft mit der Bank of
China (BOC) vereinbart, der zweitgrößten chinesischen Bank. Im
Rahmen der Vereinbarung kaufte die RBS 10% der BOC für 3,1 Milliarden
US-Dollar und wird ein Aufsichtsratsmitglied stellen.
Am 14. September 2005 wurde von der britischen Königin Elisabeth II
das neue Hauptquartier der RBS in Gogaburn, westlich von Edinburgh eröffnet,
was die bisher auf zahlreiche Standorte in der Stadt verteilten
Mitarbeiter aufnahm. In der britischen Presse wurde sich in dem
Zusammenhang zeitweise über den Vorstandsvorsitzenden Fred Goodwin
lustig gemacht, da er sich angeblich eine Privatbrücke zum Flughafen
hat bauen lassen, um Stau zu entgehen.
Die RBS ist einer der Hauptsponsoren des Williams F1-Teams.
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