Norsk
Hydro ASA - (de)
Norsk Hydro ASA ist ein norwegischer Öl-, Energie- und
Aluminiumproduzent mit Sitz in Oslo. Das Unternehmen ist im OBX Index
gelistet.
Anfänge
Die Firma wurde am 2. Dezember 1905 von Sam Eyde gegründet, um eine
neue Technologie zur Produktion von Dünger durch Bindung von
Luftstickstoff kommerziell zu nutzen, die durch den norwegischen
Wissenschaftler Kristian Birkeland entwickelt worden war. Hydros erste
Fabrik entstand in Notodden, gefolgt von einer weiteren in Rjukan.

Hydros Düngemittelgeschäft wurde am 26. März 2004 in die börsennotierte
Firma Yara, mit Produktionsstätten u. a. in Brunsbüttel, Rostock,
Porsgrunn und Glomfjord, ausgegliedert. Norsk Hydro verteilte seine
Yara-Aktien an Hydros Aktionäre und hält heute keine Anteile mehr an
Yara.
Kerngeschäfte
Hydro hat z. Zt. zwei Kerngeschäfte: Erdöl & Energie und
Aluminium. Die Firma ist der zweitgrößte Öl- und Gasförderer auf
dem norwegischen Kontinentalschelf und der drittgrößte
Aluminiumproduzent der Welt. 1999 erwarb Hydro den norwegischen Öl-
und Gasproduzenten Saga Petroleum und 2002 den führenden deutschen
Aluminiumproduzenten VAW (von dem deutschen Versorgungsunternehmen
E.ON). Hydro unterhält Geschäftsaktivitäten in 40 Ländern der
Erde, auf allen Kontinenten. Der norwegische Staat hält 43,8 Prozent
der Firmenanteile. Die Firma beschäftigt rund 36000 Angestellte. Der
Vorstandsvorsitzende ist seit 2001 Eivind Reiten.
In einer Pressemitteilung vom 18. Dezember 2006 wurde mitgeteilt, zum
Herbst 2007 den Bereich Oil & Energy mit der zweiten großen
norwegischen Ölgesellschaft Statoil vorbehaltlich der Genehmigung
durch die Gesellschafter sowie die Kartellbehörden zusammenlegen zu
wollen. Norsk Hydro wird dann als reine Aluminiumgesellschaft weiter
arbeiten.
Geschichte
Seit 1934 war die Fabrik in Rjukan der einzige Herstellungsort für
hochkonzentriertes schweres Wasser in Europa. Nach der Okkupation
Norwegens durch die deutsche Besatzungsmacht im April 1940 wurde die
Produktion des schweren Wassers, das dem deutschen Atombombenprogramm
zugute kommen sollte, vorangetrieben. Die Fabrik wurde Ziel einer der
spektakulärsten Widerstandsaktionen des Zweiten Weltkrieges, als es
zwölf Norwegern am 27. Februar 1943 gelang, große Teile der Anlage
in die Luft zu sprengen. Dem raschen Wiederaufbau folgten
Bombenangriffe der Alliierten.

Zum 100jährigen Jubiläum von Norsk Hydro im Jahre 2005 erschien eine
von unabhängigen Historikern ausgearbeitete dreibändige
Firmengeschichte, die unter anderem die intensive Zusammenarbeit mit
der deutschen Besatzungsmacht kritisch hinterfragt. So beschäftigte
die Firma im Werk Porsgrunn im Sommer 1943 auch ca. 1000
Zwangsarbeiter sowie 300 jugoslawische und russische Kriegsgefangene.
Die Werksanlagen wurden zeitweise von norwegischen SS-Soldaten
bewacht. Hydro kooperierte außerdem eng mit dem deutschen
Chemiekonzern I.G. Farben.
Zu Beginn der siebziger Jahre machte sich die Firma einer massiven
Umweltverschmutzung, vor allem in der Nähe des Standorts Porsgrunn,
schuldig. Erst 1974 entspannte sich die Lage aufgrund neuer
gesetzlicher Vorschriften. Dennoch wurde Norsk Hydro noch in den
achtziger Jahren mehrfach das Ziel von Protestaktionen militanter
Umweltschützer.
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