Nestlé
S.A. - (de)
Die Farine Lactée Henri Nestlé S. A. wurde 1866 vom Schweizer
Apotheker, deutscher Abstammung Henri Nestlé bzw. Heinrich Nestle
gegründet.
Heinrich Nestle wurde am 10. August 1814 in Frankfurt am Main, als
Sohn des Glasermeisters Johann Ulrich Mathias Nestle und der Anna
Maria Catharina geb. Ehemann geboren. Der spätere Bürgermeister von
Frankfurt am Main Dr. Gustav Edmund Nestle war sein Bruder.
Die Familie Nestlin, Nästlin bzw. Nestle stammt ursprünglich aus dem
süddeutschen, schwäbischen Raum und war dort vorzugsweise in den
Gemeinden Dornstetten, Freudenstadt, Mindersbach, Nagold und Sulz am
Neckar ansässig.

Die Stammväter der Familie waren 3 Brüder (siehe Familienwappen mit
3 Jungvögeln) aus Mindersbach bei Nagold mit den Namen Hans, Heinrich
und Samuel Nestlin. Der älteste (Hans) wurde ca. 1520 geboren. Er
hatte einen Sohn gleichen Namens, der später Bürgermeister von
Nagold war. Sein Sohn Ulrich war Bader und dessen fünfter Sohn Johann
Jacob der erste Glaser in der Familie. Über 5 Generationen ging
dieser Beruf dann vom Vater auf den oder einen der Söhne über. Darüber
hinaus stellten die Nestles mehrere Bürgermeister in den Gemeinden
Dornstetten, Freudenstadt, Nagold und Sulz am Neckar. (Siehe Stammbaum
der Familie Nestle, herausgegeben von Horst W. Nestle, Stuttgart.)
Mit Auswanderung in die französische Schweiz (ca. 1839) änderte
Heinrich Nestle seinen Namen in Henri Nestlé.
Henri Nestlé war es 1867 gelungen, ein lösliches Milchpulver
herzustellen, das Säuglingen als Muttermilchersatz gegeben werden
konnte (Nestle Kindermehl). 1898 wurde die erste ausländische Fabrik
übernommen, ein Milchpulverwerk in Norwegen. 1905 fusionierte Nestlé
mit der damals deutlich größeren Anglo-Swiss Condensed Milk Company.
Der Markenname Nestlé wurde aber wegen der größeren Bekanntheit in
der Bevölkerung beibehalten. 1929 schlossen sich die
Schokoladeproduzenten Peter, Cailler, Kohler und Nestlé zusammen,
wiederum setzte sich der Name Nestlé durch.

Die Erfindung und Vermarktung des löslichen Kaffees im Jahr 1938
brachte dem Unternehmen große Gewinne. 1947 folgte die Fusion mit der
Maggi AG und der Namenswechsel zu Nestlé Alimentana AG. Es folgten
weitere Übernahmen: 1963 die Findus AG und 1971 Ursina-Franck AG
(Thomy und Bärenmarke). Der Firmenname wurde nun in Nestlé S.A. geändert.
1974 erwarb das Unternehmen 49 % an der Holdinggesellschaft Gesparal
und damit erstmals Anteile an einem Nonfood-Unternehmen. Die Gesparal
hielt 53,7 % der Aktien des Kosmetikunternehmens L'Oréal und Nestlé
kontrollierte dadurch den Konzern. 2004 wurde die Gesparal mit L'Oréal
fusioniert und Nestlé hält nun direkt 26,4 % der Firma.
1985 erfolgte die bis damals größte Übernahme in der
Nahrungsmittelindustrie, für 3 Milliarden US-Dollar wurde der
US-Konzern Carnation übernommen. 1988 folgte die Übernahme des
britischen Schokoladen- und Süsswarenkonzerns Rowntree Mackintosh
sowie des italienischen Teig- und Süsswaren- Konzerns Buitoni. Mit
der Übernahme von Perrier und San Pellegrino stieg Nestlé in den
90er Jahren in den Mineral- und Tafelwassemarkt ein.
2002 übernahm Nestlé den amerikanischen Tierfutterkonzern Ralston
Purina für 10,3 Mrd. Dollar und integrierte ihn in den Konzern. Nestlé
wurde dadurch weltweit Marktführer im Bereich Tiernahrung für Hunde-
und Katzenfutter. In Deutschland liegt Nestlé mit ca. 20 %
Marktanteil jedoch noch hinter Masterfoods (39 %) zurück. Ebenfalls
2002 wurde die Schöller Holding (Schöller- und Mövenpick-Eis) übernommen.

Zum 1. Januar 2005 übernahm die deutsche Nestlé 49 % der Wagner
Tiefkühlprodukte GmbH, um dadurch stärker im Markt der Tiefkühlpizzen
präsent sein zu können.
Aus strategischen Gründen hat der Lebensmittelkonzern Nestlé die
Speiseeis-Werke seines Tochterunternehmens Schöller in Nürnberg und
Prenzlau (Uckermark) an die rheinische Rosen Eiskrem GmbH verkauft
[4]. Zugleich wurde 2006 der größte amerikanische Eiskremhersteller
Dreyer's zu 100 % von Nestlé übernommen [5]. Damit stieg Nestlé zum
weltweit größten Hersteller von Speiseeis auf.

Im September 2006 gab die EU-Kommission ihr Einverständnis für ein
zum Jahresende 2006 beginnendes Joint-Venture von Nestlé (40%) mit
Lactalis (60%) im Bereich Frischeprodukte unter dem Namen Lactalis
Nestlé Produits Frais (LNPF). Das Kooperationsprojekt erstreckt sich
auf 8 EU-Staaten (Frankreich, Belgien, Luxemburg, Vereinigtes Königreich,
Irland, Spanien, Italien, Portugal), sowie die Schweiz. Durch diese
Aktion bleibt Nestlé auf dem ersten Platz in der weltweiten
Milchindustrie vor Lactalis, Dean Foods (USA) und Danone (Frankreich).