F.
Hoffmann-La Roche AG - (de)
F. Hoffmann-La Roche AG, kurz Roche, ist ein weltweit tätiger Konzern von
Pharmaunternehmen sowie Herstellern von Reagenzien und Geräten zur
medizinischen Diagnostik. Aktuell forscht Roche besonders auf den Gebieten
Onkologie, Virologie und Transplantationsmedizin.
Der Roche-Konzern hat seinen Hauptsitz in Basel. Mit weltweit 70.000
Angestellten erzielte Roche im Jahr 2005 einen Reingewinn von 6,7 Mrd.
Franken, der Umsatz belief sich auf 35,5 Mrd. Franken. In Deutschland
beschäftigt Roche über 12.000 Mitarbeiter an vier Standorten.
Roche plant, bis 2011 seinen Stammsitz in Basel für über 800 Mio.
Franken auszubauen. Diskutiert wird der Bau des höchsten Gebäudes in der
Schweiz, dessen Form an die Doppelhelix der Biochemie erinnern soll.

Geschichte
Die Firma F. Hoffmann-La Roche wurde 1896 von Fritz Hoffmann-La Roche in
Basel gegründet. Das erste Produkt war Aiodin, ein Schilddrüsen-Präparat.
1898 wurde das Hustenmittel Sirolin, das den eigenentwickelten Wirkstoff
Thiocol enthielt, eingeführt. Es wurde über 60 Jahre lang vertrieben.
Erfolgreich war auch ein 1904 auf den Markt gebrachtes standardisiertes
Digitalis-Präparat. 1919 wurde Roche in eine Aktiengesellschaft
umgewandelt.
Meilensteine
1896 Firmengründung
1930er Vitamine
1952 Tuberkulose
1957 Benzodiazepine (Valium)
1973 Parkinson-Krankheit
1976 Seveso-Unglück
ab 1980 Gentechnik
1997 Übernahme von Boehringer Mannheim
2000 Oseltamivir (Tamiflu, EU-Zulassung 2002)
In den 1930er Jahren wurde Roche im Bereich der Vitamine aktiv. Besonders
durch die synthetische Herstellung großer Mengen von Vitamin C erreichte
die Firma die Marktführerschaft auf diesem Gebiet. 1952 gelang mit
Rimifon (Isoniazid), einem Mittel gegen Tuberkulose, der Einstieg in die
Chemotherapeutika-Sparte.
Leo Sternbach, der seit 1941 in den USA für Roche forschte, entdeckte
1957 die beruhigende Wirkung der Benzodiazepine. Valium mit dem Wirkstoff
Diazepam wurde für viele Jahre das meistverkaufte Medikament der Welt.
Neben Pharmaforschung und -produktion betätigte sich Roche ab 1968 auch
als Hersteller von diagnostischen Produkten.
Nachdem Dopamin-Mangel als Ursache der Parkinson-Krankheit identifiziert
worden war, brachte Roche 1973 das erste Dopamin-Präparat, Madopar (Levodopa),
auf den Markt.
1976 ereignete sich in einer zum Roche-Konzern gehörenden italienischen
Tochterfirma das Unglück von Seveso, bei dem durch freigesetztes Dioxin
über 200 Menschen verletzt wurden und es zu einer nachhaltigen Schädigung
der Umwelt kam.
Ab 1980 arbeitete Roche mit dem amerikanischen Biotech-Unternehmen
Genentech zusammen. Damit begann die Ära der Interferone und weiterer
gentechnisch hergestellter Substanzen.
1997 wurde die Boehringer Mannheim GmbH übernommen. Deren Pharmasparte
wurde in diejenige von Roche integriert, während die Diagnostikasparten
beider Firmen zur Roche Diagnostics GmbH zusammengelegt wurden. Diese
wurde nach der Jahrtausendwende durch den Zukauf der
Medizintechnik-Abteilung der AVL List GmbH sowie des
Insulinpumpen-Herstellers Disetronic erweitert. 2005 wurde das gesamte
OTC-Geschäft, also der Handel mit Medikamenten, die in der Apotheke ohne
Rezept frei verkäuflich sind, an die Firma Bayer AG veräußert.

Der Konzern ist in die beiden Divisionen Pharma und Diagnostics
aufgeteilt. Verwaltungsratspräsident und Vorsitzender der Konzernleitung
ist der Österreicher Franz B. Humer, CEO der Division Pharma ist William
M. Burns, CEO der Division Diagnostics ist Severin Schwan.
Die Division Diagnostics ist weltweit führend in der In-vitro-Diagnostik.
Sie hat ihren Hauptsitz in Basel in der Schweiz und besitzt weitere
Standorte in Mannheim, Penzberg (Bayern), Graz (Österreich), Indianapolis
und Pleasanton (beide USA) sowie Rotkreuz (Schweiz). Die Division ist
aufgeteilt in die Bereiche Applied Science, Molecular Diagnostics,
Professional Diagnostics und Diabetes Care.
Roche Deutschland
Die Roche Deutschland Holding GmbH hat ihren Sitz in Grenzach-Wyhlen und
ist (Stand: 2004) mit 9.898 Mitarbeitern sowie einem Umsatz von 3.005 Mio.
Euro eine der wichtigsten Ländergesellschaften von Roche. Sie umfasst die
Tochtergesellschaften Roche Pharma AG (bis Sommer 2006 Hoffmann-La Roche
AG) in Grenzach sowie Roche Diagnostics GmbH an den Standorten Mannheim
und Penzberg. Die bedeutendste Vergrößerung geschah 1997, als das
Konkurrenzunternehmen Boehringer Mannheim übernommen und eingegliedert
wurde. Dessen ehemalige Sparte Diagnostika wurde wesentlicher Bestandteil
der Roche Diagnostics GmbH.
Die Roche Diagnostics GmbH ist Top-Arbeitgeber 2006 in Deutschland in der
Gesamtwertung sowie in der Kategorie Vergütung.