Mastertronic - (de)
Mastertronic war in der zweiten Hälfte der 80er Jahre ein wichtiger
Hersteller von Low-Budget-Spielen für Heimcomputer. Bekannt wurden
Mastertronic vor allem durch die konsequente Niedrigpreispolitik und
dadurch, dass sie es schafften, Computerspiele in die Regale von großen
Kaufhäusern, Tankstellen und vielen weiteren Händlern zu bringen.
Zu dieser Zeit waren Computerspiele noch größtenteils in Computerläden
zu finden, die großen Handelsketten misstrauten diesem neuen
Produktfeld zu sehr.

Das Erfolgsrezept von Mastertronic war einerseits der sehr niedrige
Preis von £1,99 in England (9,95 DM in Deutschland) und
andererseits das geringe Risiko für die Händler, da übriggebliebene
Spiele durch neue ersetzt wurden und somit der Händler nicht auf
unverkaufter Ware sitzen blieb.
Mastertronic versuchte, für alle Heimcomputerplattformen Spiele
anzubieten; erfolgreich war das Unternehmen aber vor allem auf dem
C64, CPC 464 und dem ZX Spectrum, was vor allem an der größeren
Verbreitung dieser Rechner lag. Um die Verwirrung zwischen den
verschiedenen Plattformen möglichst gering zu halten, ließ man
sich den sogenannten „Color Code“ einfallen, so dass man schon
an der Farbe einiger Designelemente auf dem Cover erkennen konnte, für
welchen Computer das Spiel geschrieben war.

Anfangs stand die Computerszene diesen Billigspielen recht skeptisch
gegenüber, aber recht schnell akzeptierte man, dass
Mastertronic-Spiele zumindest so etwas wie ein gutes
Preis/Leistungs-Verhältnis boten. Noch später wurden diese Spiele
dann schon als „cool“ angesehen, zumal neben den teils mittelmäßigen
bis schlechten Spielen auch einige Klassiker zu finden waren. Auch
Rob Hubbard hatte seinen Anteil am Erfolg von Mastertronic, denn oft
wurde die Musik für die Spiele von ihm geschrieben, so dass oftmals
die Qualität der Musik um einiges besser war als das Spiel an sich.
Das Konzept der Billigspiele auf Kassette fand einige Nachahmer, so
dass es unzählige Unternehmen gab, die ihre Spiele auf ähnliche
Weise herausgebracht haben. Zu den bekanntesten gehörte Firebird
Software. Auch der „Color Code“ wurde oft mit leichter
Modifikation kopiert.

Gegründet wurde Mastertronic Anfang 1984, später wurde das
Unternehmen an Virgin Games verkauft, welche sich dann kurze Zeit
Virgin Mastertronic nannten und sich dann in Virgin Interactive
Entertainment umbenannten. Virgin benutzte noch kurze Zeit ein Label
namens „Tronix“, welches aber auch sehr bald verschwand. Im Jahr
2005 erlebte Mastertronic eine Wiederauferstehung. Neue Spiele
wurden nun unter dem Namen M.A.D. (Mastertronic Added Dimension)
verkauft.
|