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Lürssen - (de)

Gründerzeit
Der Arbeitsschwerpunkt der ersten Jahre lag auf Arbeitsbooten für Fischerei und Fährbetrieb. Die Baunummer eins war ein fünf Meter langes Ruderboot. Ab den 1880er Jahren erschloss sich Lürssen den Sportbootmarkt. Ab etwa 1890 wurden erste Motorboote in Zusammenarbeit mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft produziert und Lürssen entwickelte sich schnell zur führenden deutschen Motorbootswerft. Schon bald gingen auch Aufträge aus dem Ausland ein. Mit dem Eintritt von Otto Lürssen - Sohn des Firmengründers - in den Betrieb 1906 änderte sich der Schwerpunkt endgültig hin zum Motorbootsbau. In den Jahren bis zum ersten Weltkrieg nahmen Lürssenboote wiederholt erfolgreich an internationalen Wettfahrten teil. 1911 erreichte das Boot LÜRSSEN-DAIMLER bei der »Meisterschaft des Meeres« die für damalige Zeit unvorstellbare Geschwindigkeit von 27 kn.


Erster Weltkrieg
Während des ersten Weltkrieges baute Lürssen Motorboote für verschiedene militärische Zwecke, darunter auch ferngelenkte Boote (FL-Boote), die mit Sprengstoff beladen zum Rammen gegnerischer Schiffe verwendet werden sollten. Aber auch flach gehende Minensucher (F-Boote) und U-Jagdboote (U-Z-Boote) mit Kanonenbewaffnung. Das später so erfolgreiche Konzept des Torpedoschnellbootes verfolgte Lürssen dabei zunächst ohne Auftrag der Marine. Es wurden bereits Geschwindigkeiten von 35 kn und mehr erreicht. Dabei kamen zur Erprobung auch Luftschiffmotoren zum Einsatz. Mit den Booten LÜSI1 und LÜSI 2 (für Lürssen-Siemens) werden die ersten Schnellboote mit der später typischen Anordnung von zwei Torpedorohren auf dem Vordeck gebaut, jedoch vor Kriegsende nicht mehr fertiggestellt.

1918 - 1945
Nach dem Krieg schrumpfte die Werft von etwa 700 auf 100 Beschäftigte. Zunächst wurden wieder nur noch kleine Sport- und Arbeitsboote gefertigt. Ab 1920 konnte an die Erfolge im Motorbootsbau vor dem Krieg angeknüpft werden. Auch Aufträge für ausländische Küstenwachboote, Rettungsboote für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger oder die Elektroboote der Königssee-Flotte gehörten zum Auftragsbestand.


Ausgehend vom Entwurf der in die USA verkauften Motoryacht Otheka II wurden zunächst im geheimen Boote für den Einsatz als Torpedoschnellboote entwickelt. 1929 erhielt die Werft den ersten offiziellen Auftrag der Reichsmarine über ein als U Z (S) 16 bezeichnetes Boot zu Erprobungszwecken. Es hatte eine Länge von 28 m, eine Verdrängung von 51,6 t und erreichte mit drei Daimler-Benz-Benzin-Motoren eine Geschwindigkeit von 35,5 Knoten. Erst 1932 wurde die Tarnbezeichnung fallen gelassen und das Boot in S 1 umbenannt. Das Modell wurde in der Folgezeit bei einigen Veränderungen das Grundmuster für deutsche Schnellboote. Ab 1930 wurde auch die Produktion von Minenräumbooten wiederaufgenommen.

Ab 1933 wurden die ersten Schnellboote mit Dieselantrieb abgeliefert. Damit wurde die Zuverlässigkeit und Reichweite der Boote entscheidend verbessert. Die Größe wuchs auf gut 32 m Länge, knapp 5 m Breite und 95 t Gesamtgewicht an. Der Schnellbootbau wurde bis zum Ende des zweiten Weltkrieges das Kerngeschäft der Lürssenwerft – auch für den Export. Die Boote wurden mit Holzrümpfen als Doppelkraweel (Mahagoni-Weißzeder) auf Leichtmetallspanten gebaut. Ab S-100 mit einem gepanzerten Fahrstand. Mit drei Mercedes-Benz MB 518 Motoren konnten schließlich Geschwindigkeiten von über 42 kn erreicht werden. Durch die günstige Unterwasserrumpfform mit speziell angestellten Staurudern und einen verbesserten Vorschiffaufbau waren die Boote sehr seegängig.


Nachkriegszeit
Nach dem zweiten Weltkrieg war Schiffbau in Deutschland zunächst vollständig verboten. In der Werft wurden vorübergehend Haushaltsgegenstände wie Holzzuber und Töpfe hergestellt. Bald kamen aber erste Reparaturaufträge herein und ab 1946 wurden Fischkutter gebaut. Nach der Rückkehr der Inhaber aus Kriegsgefangenschaft 1947 beginnt das Engagement der Firma im Handelsschiffbau. Bis 1985 werden 80 kleine Frachtschiffe, sogar Tanker, auf der Werft gebaut. Auch der Bau von Seenotrettungsbooten und -kreuzern wird wiederaufgenommen. 1952 erhält die Werft den Namen Lürssen Werft.
Ab 1954 werden auch wieder Schnellboote gebaut, zunächst für den Grenzschutz See und für den Export (nach Schweden). Mit der Aufstellung der Bundesmarine wurde ab 1957 der Militärschiffbau wieder das Hauptstandbein der Werft, angefangen mit dem Typ 55. Nicht nur für die deutsche Marine wurden Schnellboote gebaut, Neben Schweden wurde u.a. auch geliefert nach Indonesien und Singapur, in arabische Länder, nach Südamerika, nach Spanien und in die Türkei. Zum Teil wurden auch Lizenzbauten im Ausland durchgeführt. Neben Schnellbooten produzierte Lürssen auch Minensuch- und –jagdboote, Polizei- und Zollboote, Patrouillenboote, Korvetten und verschiedene Erprobungsträger, in Zusammenarbeit mit anderen Werften auch Fregatten, Versorger und Einsatzgruppenversorger.

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