Kmart - (de)
Firmengeschichte
Sebastian S. Kresge gründete 1899 in Detroit, Michigan, die S. S. Kresge
Corporation einen Vorgänger von Kmart. Kresges erstes Kaufhaus, ein
Discounter, wurde von Frank Woolworth verwaltet. Der Laden wuchs zur
Kaufhauskette S. Kresge, bereits 1912 betrieb die Kette 85 Läden.
In den 1920er Jahren betrieb Kresge größere Läden, die ein breiteres
Sortiment von Produkten, Preisen und Merchandising anboten. Diese gelten
als Vorbild für das aktuelle Discountformat. Das erste Kmart-Kaufhaus
wurde 1962 in Garden City, Michigan eröffnet, 17 weitere Kaufhäuser
folgten noch im selben Jahr. Ein Einkaufshaus von Kresge gab es auch im thüringischen
Sonneberg.

1977 wechselte die S. S. Kresge Corporation ihren Namen in Kmart
Corporation und verkaufte ihre ehemaligen Kresge-Läden.
Zwei Markennamen
Blue Light Special
Kmart wurde bekannt für sein Blue Light Special: Als Überraschungsmoment
ließ ein Ladenmitarbeiter ein mobiles Polizeilicht in einem bestimmten
Teil des Marktes erleuchten. Dies galt als Zeichen dafür, dass es dort
billige Angebote und Preise gibt. Während der 1970er Jahre gelang es
Kmart, damit die Aufmerksamkeit der Konsumenten auf sich zu ziehen und
somit einige Konkurrenzfirmen vom Markt zu verdrängen. Dieses Ritual
verschwand 1991, um die Kaufgewohnheit der Konsumenten zu ändern. Ein
weiterer Grund war laut Firmenangaben, dass andere Unternehmen das Blue
Light Special missbraucht hatten.
Blue Light Always
An die Stelle des Blue Light Specials trat das Blue Light Always. Der
Marktleiter gab zu jeder vollen Stunde eine Billigpreiszone im Laden
bekannt. Diese Aktion dauerte jeweils 25 Minuten.
Sobald diese Ansage ausgerufen wurde, stellten alle Angestellten ihre
Arbeit ein und klatschten zweimal, ballten ihre Fäuste zusammen und hoben
sie in die Luft und riefen „Blue Light, Blue Light!“ („Blaulicht,
Blaulicht!“). Dieses Schema sollte mehr Kunden und die Medien
ansprechen, scheiterte aber, weil einige Filialen dieser Prozedur nicht
folgten. Es wurden keine Aufnahmen gemacht, ob irgend ein Angestellter
wirklich „Blaulicht, Blaulicht“ rief.

Krise in den 1990ern
In den 1990er Jahren fällte Kmart eine Reihe von Fehlentscheidungen:
man führte keine computergestützen Systeme ein, wie beispielsweise der
Hauptkonkurrent Wal-Mart
Kmart schüttete hohe Dividenden aus, was auf Kosten der Investitionen und
Modernisierung der Filialen ging
einige Wirtschaftsanalysten sind der Ansicht, dass das Unternehmen keinen
unverwechselbaren Markennamen hatte, wie die Konkurrenten Target oder
Wal-Mart
einerseits versuchte Kmart mit Wal-Mart preislich zu konkurrieren,
andererseits führte man gleichzeitig hochwertige Produktlinien von Martha
Stewart, Kathy Ireland und Jaclyn Smith ein.
2001 versuchte Kmart das unverkennbare und historische „Blaulicht-Special“
wieder einzuführen, das bei 80% der Bevölkerung als Merkmal für das
Unternehmen bekannt war.
Der Aktienskandal, 2001 von Martha Stewart verursacht, schadete dem Image
der Firma sehr.
Kmart versuchte gegen Wal-Mart mit tiefen Discountpreisen und durch Einführung
von Öffnungszeiten rund um die Uhr anzukämpfen. Wal-Mart hielt jedoch
mit eigenen Preissenkungen nicht nur dagegen, sondern unterbot sie noch,
und ging schließlich als Sieger aus dem Preiskampf hervor.
Am 22. Januar 2002 beantragte Kmart schließlich Gläubigerschutz nach
Kapitel 11 des US-Konkursrechts. Kmart musste mehr als 300 Läden in den
Vereinigten Staaten schließen und entließ mehr als 34.000 seiner
Mitarbeiter. Als Grund wurde genannt, dass eine Restrukturierung
unausweichlich sei.

Am 6. Mai 2003 beantragte Kmart die Beendigung des Insolvenzschutzes,
nachdem die Kmart Holding Corporation am 10. Juni 2003 am
NASDAQ-Aktienmarkt (als KMRT) gehandelt wurde. Kmart führte einen neuen
Standardmarkt mit einem neuen Logo, Layout und Farbschema (Lindgrün und
Grau) in White Lake, Michigan ein. Das neue Layout hatte breitere Gänge,
bessere Auswahl, und bessere Beleuchtung. Allerdings blieb Kmart dadurch
weniger Platz, weshalb die Produktpalette nur eingeschränkt war.
Fusion mit Sears
Kmart und die Handelskette Sears gaben am 17. November 2004
Fusionsabsichten bekannt. Das Unternehmen wäre dann der drittgrößte
Handelskonzern in den USA nach Wal-Mart und Home Depot. Das Unternehmen würde
dann als Sears Holding benannt werden mit Hauptsitz in Hoffmann Estates,
Illinois. Das neue Unternehmen würde beide bestehende Marken weiter
vertreiben (Sears, Kmart).

Das seit März 2005 bestehende Unternehmen Sears Holdings Corporation wird
von einem Aufsichtsrat geführt, das sich aus sieben Mitgliedern von Kmart
und drei Mitgliedern von Sears zusammensetzt.
Kmart-Aktienbesitzer erhielten eine Aktie des neuen Unternehmens (Aktienrücktausch).
Sears-Aktien wurden umgewandelt in eine Kombination von 55% Aktien (bei
einem Verhältnis von einer alten und ½ neuer Aktien) und 45% Bargeld
(pro Aktie 50 Dollar).